Sarah Behnke

Video vom GLOBAL YOUNG GREENS CONGRESS

Der zweite Kongress der GLOBAL YOUNG GREENS, der in der vergangenen Woche in Berlin stattfand, ist erfolgreich zu Ende gegangen. Über 120 junge Menschen aus der ganzen Welt fanden sich zusammen, um über die globale Perspektive einer grünen Jugendbewegung zu diskutieren.

Das tolle Video, welches den Kongress eine Woche lang dokumentiert, kann nun auch rund um den Globus angeschaut werden:

Der GLOBAL YOUNG GREENS CONGRESS in Berlin war ein voller Erfolg, der vor allem die Vernetzung grüner Jugendlicher in der ganzen Welt vorangetrieben und einen wesentlichen Beitrag zum interkulturellen Austausch geleistet hat. In diesem Sinne:

Think Globally – Go Green!

[Link]

Wir sind eine globale Jugendbewegung!

Am vergangenen Sonntag begann der zweite Kongress der GLOBAL YOUNG GREENS in Berlin, der noch bis morgen dauern wird. In diesen Tagen diskutieren grüne Jugendliche aus der ganzen Welt über die verschiedensten Themen, die eine globale grüne Jugend stärken und vernetzen können.

Ich selbst bin als Helferin auf dem Kongress tätig, an dem über 120 Jugendliche, die aus allen Kontinenten unserer Erde angereist sind, teilnehmen. Der Kongress bietet neben lebhaften Diskussionen, spannenden Workshops, interkulturellem Erfahrungs- und Meinungsaustausch sowie einer enormen Themenvielfalt vegane Verpflegung, globale Vernetzung und großartige Motivationsschübe.

Wer mehr über die GLOBAL YOUNG GREENS wissen möchte, kann hier mehr erfahren. Impressionen und Bilder sowie ein Live Stream zum Kongress befinden sich hier.

[Link]

Historische Wende in der Gehörlosenbildung

Jetzt wird Gehörlosengeschichte geschrieben!

Auf der 21. internationalen Konferenz zur Erziehung und Bildung Gehörloser (ICED) in Vancouver/Kanada wurde ein wegweisendes Papier verabschiedet, welches als einschneidender Wendepunkt in der internationalen Gehörlosenbildung angesehen kann.

In dem Papier, welches den Titel „Vancouver 2010: Eine neue Ära der Partizipation und Zusammenarbeit“ trägt, heißt es unter anderem, dass alle Beschlüsse des Mailänder Kongresses von 1880, welche die Nutzung von Gebärden und Gebärdensprache in der Gehörlosenbildung ablehnten, zurückgewiesen werden. Auf dem Kongress vor 130 Jahren wurde beschlossen, dass die Erziehung und Bildung von Gehörlosen lediglich oral – das heißt ohne Einbeziehung von Gebärden und Gebärdensprache – erfolgen dürfe. Die damalige und auch heute noch weit verbreitete, obwohl längst wissenschaftlich widerlegte Meinung war, dass die Nutzung von Gebärden und Gebärdensprache im Unterricht den Lautspracherwerb der SchülerInnen verhindern würde.

Die Folgen des Mailänder Kongresses von 1880 bis in die Gegenwart

Die fatalen Folgen der damaligen Doktrin sind sogar bis ins 21. Jahrhundert noch spürbar: Selbst heute ist es noch lange nicht selbstverständlich, dass Gehörlose mittels Gebärdensprache unterrichtet werden dürfen. Gerade in Deutschland, dem einstigen Zentrum der VerfechterInnen der sogenannten oralen Methode, besteht vielerorts noch extremer Nachholbedarf. Dies fängt bei der LehrerInnenausbildung an (lediglich an einem Standort in der gesamten Bundesrepublik ist das Erlernen der Gebärdensprache ein wesentlicher Ausbildungsschwerpunkt) und muss sich vor allem auch in den Köpfen der zukünftigen ErzieherInnen, LehrerInnen und SchulleiterInnen durchsetzen. Zudem muss die Ausbildung und Anstellung gehörloser LehrerInnen zur nicht wegdenkbaren Normalität werden.

Die historische Wende

Nach 130 Jahren der Ablehnung gibt es in diesen Tagen nun ein erstes internationales Bekenntnis zur Gebärdensprache in der Gehörlosenbildung. Die Konferenz in Vancouver hat beschlossen, dass

alle Beschlüsse des Mailänder Kongresses von 1880 zurückgewiesen werden, die negativen Folgen des Mailänder Kongresses mit Bedauern zur Kenntnis genommen werden und alle Nationen dazu aufgerufen sind, … [Link]

Nicht mehr und nicht weniger.

Seit nunmehr einigen Jahren beschäftige ich mich persönlich und politisch mit den Lebenswelten tauber Menschen und setze mich dabei durchgehend kritisch mit Selbst- und Fremdwahrnehmungen, persönlichen Erfahrungen, Meinungen und unterschiedlichen Sichtweisen auseinander. Viele persönliche Gespräche, die sich vor allem innerhalb der letzten Wochen gehäuft haben, gaben mir dabei täglich mehr Ansporn und Motivation, alte Denkmuster endlich durchbrechen und für ein komplett neues Verständnis von sozialer Politik werben zu wollen.

In letzter Zeit bin ich immer wieder gefragt worden – sowohl von Hörenden als auch von Gehörlosen – warum ich mich ausgerechnet mit der Gehörlosenpolitik beschäftige und darüber hinaus auch einen wesentlichen Schwerpunkt meiner Arbeit in der Behindertenpolitik sehe. Mir fällt die Beantwortung dieser Frage nicht schwer:

Für mich stellt es eine absolute Selbstverständlichkeit dar, dass alle Menschen mit den gleichen Rechten ausgestattet sein müssen, um im umfassenden Maße an der Gesellschaft teilhaben zu können. Es versteht sich von selbst, dass gegenseitiger Respekt die Grundlage für einen gesellschaftsübergreifenden Dialog bildet, der wiederum die Voraussetzung für die stetige Weiterentwicklung der gesamten Menschheit ist. Dass dem Anspruch auf gleichberechtigte Teilhabe in vielen Bereichen des Lebens aktuell nicht nachgekommen werden kann, ist eine Ungerechtigkeit ohnegleichen und bietet für mich Anlass genug, mich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen, in der das Angebot einer bedarfsgerechten sozialen Unterstützung für jeden Menschen eine Selbstverständlichkeit darstellt.

Unterschiedliche persönliche Voraussetzungen ergeben sich aus der Logik einer heterogenen und individuell geprägten Menschheit. Ungerechte Bedingungen, die eine vollkommene gesellschaftliche Teilhabe verhindern, sind jedoch eine politisch oftmals bewusst ignorierte Realität. Da jeder Mensch mit seinen persönlichen individuellen Fähigkeiten zur Bereicherung der Gesellschaft beiträgt, muss es ihre Aufgabe sein, ihn darin zu unterstützen, sich als vollwertiges Mitglied der menschlichen Gemeinschaft fühlen zu können. Denn erst, wenn eine Gesellschaft ihren Mitgliedern mit Menschlichkeit begegnet, wird der einzelne Mensch in der Lage sein, …

[Link]

Dracula in Gebärdensprache!

Man mag es kaum für möglich halten: Bereits 1975 wurde der erste und vermutlich einzige Horrorfilm in Gebärdensprache produziert.

„Deafula“ – so heißt der Streifen in Schwarz-Weiß, der komplett in Amerikanischer Gebärdensprache (American Sign Language, ASL) gedreht wurde und mit einer englischen Synchronisationsstimme unterlegt ist. Der Film handelt von einem Theologiestudenten, der sich in einen Vampir verwandelt und andere Studierende jagt, um deren Blut zu trinken. Die Hauptrolle übernimmt Peter Wechsberg, der zugleich auch Drehbuchautor und Regisseur des 95-minütigen Streifens ist.

Hier kann eine kurze Filmszene angesehen werden:

Wer noch mehr wissen will, kann hier mehr über den Film und seine DarstellerInnen erfahren (auf Englisch).

[Link]

Auf den Spuren der Vergangenheit

In den letzten Tagen unternahm ich eine Reise in die Woiwodschaft Ermland-Masuren. Diese wunderbare Landschaft, überzogen mit saftig grünen Wiesen und mehr als 2700 Seen im nordöstlichen Polen ließ mich eintauchen in eine längst vergangene Erfahrungswelt, die mir auf ausgedehnten Spaziergängen anhand vieler persönlicher Erlebnisse erschlossen wurde.

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine Wanderung von Giżycko aus, die mich direkt am Löwentinsee entlang zum Örtchen Wilkasy führte. Jedes der alten und zum Teil längst sanierungsbedürftigen Häuser schien eine eigene Geschichte über seine früheren BewohnerInnen zu erzählen. Beeindruckender Höhepunkt für mich war der Besuch eines alten Friedhofs, der, mitten im Wald gelegen und längst unbeachtet der Natur überlassen, den Blick auf uralte Grabsteine freigab, in die mir allzu vertraute Familiennamen eingemeißelt waren. Ein paar der längst verwilderten Grabsteine waren selbst nach beinahe 100 Jahren ihrer Existenz vom wild wuchernden Gewächs befreit und bis heute gepflegt, was angesichts der natürlichen Umgebung mitten im Wald ein wenig skurril wirkte.

Nach dieser prägenden Reise ist es für mich nachvollziehbarer geworden, warum sich Menschen zu den Wurzeln ihrer Vergangenheit hingezogen fühlen: Der Wunsch, die eigene Identität zu finden, die Auseinandersetzung mit der gesellschaftspolitischen Geschichte einer Zeit, in die man ungefragt hineingeboren wurde und das Gefühl, eine Vergangenheit zu haben, die das komplette Leben bestimmt, lässt Menschen immer wieder den Ort ihrer Kindheit aufsuchen. Sofern diese Spurensuche kein verbittertes Finden von Antworten auf eine längst vergangene Zeit darstellt, sondern als Notwendigkeit für die persönliche Entwicklung und das Kraftschöpfen für eine optimistische Zukunft angesehen wird, kann ich verstehen, warum sich Menschen nach ihrer Heimat sehnen.

1st picture: Zbigniew Braniecki / license: creative commons
2nd picture: Agnieszka Baranowska / license: creative commons

[Link]

Aktion Untertitel!

Im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, der am 1. Juni 2009 in Kraft getreten ist, ist festgehalten, dass die Fernsehsender „über ihr bereits bestehendes Engagement hinaus im Rahmen ihrer technischen und finanziellen Möglichkeiten barrierefreie Angebote vermehrt aufnehmen“ sollen, zu denen auch Untertitel zählen.

Da die meisten der über 145 in Deutschland existierenden Fernsehsender als Wirtschaftsunternehmen vor allem an Gewinnerzielung interessiert sind, halten sie die Selbstverpflichtung in der Regel nicht ein. Von daher ist auch die niedrige Untertitelungsquote mit 10,3 % (Stand: April 2009) nicht weiter verwunderlich.

Um diese Quote deutlich zu steigern, haben in den letzten Jahren viele Organisationen und Vereine, die u. a. die Interessen von Gehörlosen vertreten, immer wieder dafür eingesetzt, für ihr Anliegen Werbung zu machen. Ihre Forderung: 100 % Untertitelung im deutschen Fernsehen.

Von Untertiteln profitieren viele Menschen: MigrantInnen, Gehörlose, Schwerhörige, Kinder und Jugendliche mit Legasthenie und Deutschlernende, um nur einige zu nennen. Weil Untertitel für so viele Menschen nützlich sind, ist es umso wichtiger, sich für eine deutliche Steigerung der Untertitelquote einzusetzen.

Auf www.aktion-untertitel.de kann sich jedeR über den Sinn von Untertiteln informieren, Soli-Shirts kaufen und an den vielfältigen Aktionen teilnehmen. Sei auch du dabei!

[Link]

Auf zum Ostkongress!

Am Wochenende vom 9.-11. Juli 2010 wird in Brandenburg an der Havel der 3. Ostkongress (OKO) der GRÜNEN JUGEND stattfinden.

Die Themen sind vielfältig und reichen von Feminismus und Frauenförderung über Rechtsextremismus und Hochwasserschutz bis hin zu neuen Vehrkehrskonzepten. Neben den zahlreichen Workshops ist auch eine gemeinsame Aktion mit Kanus auf der Havel geplant.

Zudem steht der Austausch über die Arbeit in den Ostlandesverbänden der GRÜNEN JUGEND sowie die Vernetzung untereinander ganz oben auf der Tagesordnung. Dabei darf der Spaß natürlich nicht zu kurz kommen!

Mehr Infos zum OKO haben möchte, kann an dieser Stelle mehr erfahren.

[Link]