“Mein Name ist Eliza Diop. Ich bin Senegalesin und Amerikanerin.” Mit diesen Worten beginnt das dokumentarische Porträt über die 19-jährige junggrüne Aktivistin, die sich in zwei Kulturen beheimatet fühlt. Dass das für sie alltägliche Zusammenführen ihrer beiden Identitäten von anderen nicht immer gleich verstanden wird, ist ein Problem, mit dem sie auch auf dem 3. GYG Congress konfrontiert wird. “Ich bin nicht nur Amerikanerin!”, empört sich Eliza.
Mit diesem nachdenklich machenden Porträt ist unserem Kamerateam ein wahres Meisterstück gelungen.
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Wer sind die Global Young Greens und was bedeutet die globale junggrüne Bewegung für dich? Diese Frage beantworteten TeilnehmerInnen am Rande des 3. Kongresses der Global Young Greens in Dakar. Dank unseres spitzenmäßigen Kamerateams ist daraus ein schicker Videoclip entstanden, der die persönlichen Sichtweisen der jungen AktivistInnen wiedergibt:
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Heute, am letzten Tag des 3. Kongresses der Global Young Greens, wurde der neue Vorstand gewählt. Das sogenannte Steering Committee setzt sich zusammen aus maximal 16 Mitgliedern, die aus den vier Weltregionen Europa, Asien-Pazifik, Amerika und Afrika kommen. Jede Region darf dabei maximal vier KandidatInnen vorschlagen, von denen die Hälfte Frauen sein müssen. Dadurch werden sowohl eine geografische Balance als auch Geschlechtergerechtigkeit gesichert.
Der neue Vorstand der Global Young Greens
Eine persönliche Vorstellung der neuen Vorstandsmitglieder befindet sich hier.
Ich freue mich sehr, als Kandidatin der GRÜNEN JUGEND für die Region Europa ins neue Steering Committee von GYG gewählt worden zu sein und bin gespannt, was die kommenden Jahre bringen werden und in welche Richtung sich unser globales Netzwerk entwickeln wird. Ich danke allen lieben Menschen, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben!
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Ein ganzes Stadion für einen Weltkongress!
Es ist schon ein wenig schräg, ein ganzes Stadion für die Ausrichtung eines Kongresses zur Verfügung zu haben.
Ich sitze im Foyer des Stadions Léopold Sédar Senghor in Dakar, der Hauptstadt des Senegals, und erwarte gespannt die ersten TeilnehmerInnen des 3. Kongresses der Global Young Greens. Sie kommen aus allen Teilen der Welt und reisen mit einem Koffer unterschiedlichster Erwartungen und Vorstellungen an. Ich bin sehr aufgeregt und freue mich riesig, die Menschen, die ich zum großen Teil nur durch E-Mails und Telefonate kenne, endlich persönlich kennenzulernen.
Die Ereignisse rund um den Kongress können auf unserem Weblog mitverfolgt werden. Es bleibt spannend!
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Es ist ein unglaubliches Gefühl, inmitten einer einzigartigen Bewegung von tanzenden, jubelnden und applaudierenden Menschen durch die Straßen von Dakar zu fahren. Ich sitze auf einer riesigen Lautsprecherbox auf der Ladefläche eines LKWs und fahre gemeinsam mit begeisterten AnhängerInnen der Partei FEDES, der Fédération Démocratique des Ecologistes du Sénégal, durch die Hauptstadt des Senegals. Es ist bereits weit nach Mitternacht, doch trotz später Stunde ist El Ali Haidar, der Vorsitzende der Partei, der nun die Aussicht auf einen Ministerposten genießen kann, noch lange nicht erschöpft. Unermüdlich fährt er auf der Ladefläche seines Pick-Ups durch die Straßen von Dakar, tanzt zur lauten Musik und begeistert mit seiner mitreißenden Art auch die vielen Menschen, die spontan unseren Autokorso begleiten und sich tanzend durch die Nacht bewegen.
El Ali Haidar feiert mit den Menschen in Dakar
Für mich ist diese spontane Straßenparty definitiv der Höhepunkt meiner langjährigen politischen Arbeit. Noch nie habe ich eine dermaßen friedliche, ausgelassene und emotionale Feier auf offener Straße erlebt, der unvermittelt junge wie alte Menschen, Mütter und Obdachlose, Kinder und Jugendliche, Großväter mit Gehhilfen und schwangere Frauen mit traditionellen Gewändern beiwohnen. Die Menschen sind fröhlich und beschwingt, winken unserer Demonstration von ihren Balkonen aus zu und lassen jubelnd Flaggen des Senegals im Wind wehen.
Heute hat sich auf einen Schlag vieles in diesem Land verändert. Zwar ist der Senegal eine der stabilsten Demokratien in Afrika und hat in seiner 50-jährigen Geschichte bisher nur demokratische Regimewechsel erlebt. Bei der diesjährigen Wahl stand das Land jedoch am Scheideweg, weil der alte Amtsinhaber Wade verfassungswidrig eine dritte Amtszeit für sich beanspruchen wollte. Nun aber ist alles neu, die Karten sind neu gemischt und die Menschen haben allen Grund, noch bis in die Tiefe Nacht hinein durch die Straßen von Dakar zu tanzen.
picture: www.lupho.de
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Nach einem Spaziergang über den Markt von Tamale setze ich mich für eine kurze Pause auf eine Bank am Busbahnhof. Nur wenige Augenblicke später steuert eine Jugendliche mit einem Korb voller Wasserpäckchen auf dem Kopf und einem kleinen Mädchen an der Hand ebenfalls in meine Richtung. Sie stellt ihren schweren Korb vor ihren Füßen ab, setzt sich neben mich auf die Bank und zieht das kleine Mädchen zu sich heran. Barika, die eigentlich schon viel reifer wirkt, ist gerade mal 12 Jahre alt und verkauft Wasser auf dem Markt, um ihre Familie ein wenig zu unterstützen. Mit dabei ist immer ihre kleine Schwester Aishe, die kaum etwas sagt und mich verlegen anschaut. Ich unterhalte mich ein wenig mit Barika und als Aishes Augen mit Blick auf das Angebot eines Eisverkäufers größer werden, zögere ich nicht lange und spendiere den beiden eine Runde FanYogo und FanDango – das berühmte Erdbeerjoghurt- bzw. Multivitamineis in der Plastiktüte.
Wasser verkaufende Kinder in Tamale (Northern Region, Ghana)
Wir verweilen noch etwas auf der Bank, als mir plötzlich wieder bewusst wird, warum ich mich eigentlich auf dem Busbahnhof niedergelassen habe. Ich frage Barika, wo der Bus nach Wa abfährt, weil ich am nächsten Morgen diese Linie nutzen möchte, um bis nach Larabanga zum Mole Nationalpark zu kommen. Sie erklärt mir, dass dieser Bus woanders abfährt und bietet mir an, mich dorthin zu führen – ein Angebot, das ich gerne annehme. Nach dem verhältnismäßig weiten Weg bis zum Abfahrtsort des Busses möchte Barika mir gerne ihr Zuhause zeigen. Der Weg ist unglaublich lang und zwischendurch halten wir immer wieder an, da einige Leute Wasser kaufen möchten. Nach und nach wird ihr Korb leerer und damit auch spürbar leichter und Barika nutzt den Zwischenstopp zu Hause, um ihn wieder mit neuen Wasserpäckchen zu füllen. Ich …
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In meinem gerade frisch veröffentlichten Artikel “Ich bin gerne hier. Das ist meine Chance”, der einen Einblick in die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung gewährt,
erzählt Karl-Heinz, ein 54-jähriger Beschäftigter, aus seinem Alltag.
Karl-Heinz arbeite gerne in der Werkstatt, wo er immerhin auch alle seine FreundInnen hätte, und könne sich eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gar nicht vorstellen. Warum das so ist, erfahrt ihr im aktuellen SPUNK, der Bundesmitgliederzeitung der GRÜNEN JUGEND.
Die online-Version des Artikels befindet sich hier.
picture: Herr Olsen / license: creative commons
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In den letzten Wochen vor meiner Abreise aus Ghana erlebe ich dieses Land noch einmal besonders intensiv: Arm und Reich, Laut und Leise sowie Schönes und Hässliches sind untrennbar miteinander verbunden. Alle Gegensätze finden ihren Ausdruck in schrillen Farben oder langweiligiger Tristess – wobei auch letztere selten farblos ist.
Am Strand von Jamestown in Accra (Greater Accra Region, Ghana)
Enge Gassen in Accra (Greater Accra Region, Ghana)
Fischer in Senya Beraku (Central Region, Ghana)
Kakum National Park (Central Region, Ghana)
Wasserträgerinnen in Begoro (Eastern Region, Ghana)
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Auf dem Markt von Agona Swedru bitte ich einen Schuster um die Reparatur eines Schuhs. Während ich ihm dabei zusehe, wie er mit geschickten Händen den ausgerissenen Riemen wieder an der Sohle befestigt und mit einem starken Faden festzurrt, erklingt aus dem Radio Bob Marleys und Peter Toshs berühmtes Lied „Get Up, Stand Up“. Bereits die ersten Takte der eingängigen Melodie verleiten mich unwillkürlich dazu, meinen Kopf zum Rhythmus der Musik zu bewegen.
Plötzlich bemerke ich, dass auch der Schuster anfängt, sich rhythmisch zu bewegen und dabei die Melodie des berühmten Reggae-Songs zu summen. Zwei schräg hinter mir sitzende Männer, die gerade noch mit dem Auszutschen ihrer Mangos beschäftigt waren, stimmen keine zehn Sekunden später lauthals in den Refrain ein, womit auch sie nicht allein bleiben: Ein Ladenbesitzer, der links von mir allein auf einer Bank vor seinem kleinen Geschäft sitzt, singt voller Inbrunst die berühmten Zeilen „Get up, stand up, stand up for your rights! Get up, stand up, don’t give up the fight!“
Auch der Schuster ist mittlerweile vom Summen zum Singen übergegangen, sodass ich nicht anders kann, als ebenfalls in den kleinen Chor einzustimmen. Ein wenig komisch fühle ich mich dabei erst, als mir bewusst wird, dass ich gerade als einzige weiße Frau gemeinsam mit Schwarzen Männern ein Lied singe, welches wie kaum ein anderes dazu aufruft, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, um den Kampf um Freiheit und gleiche Rechte für alle endlich zu gewinnen.
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Nach einem Spaziergang über den Markt von Tamale setze ich mich für eine kurze Pause auf eine Bank am Busbahnhof. Nur wenige Augenblicke später steuert eine Jugendliche mit einem Korb voller Wasserpäckchen auf dem Kopf und einem kleinen Mädchen an der Hand ebenfalls in meine Richtung. Sie stellt ihren schweren Korb vor ihren Füßen ab, setzt sich neben mich auf die Bank und zieht das kleine Mädchen zu sich heran. Barika, die eigentlich schon viel reifer wirkt, ist gerade mal 12 Jahre alt und verkauft Wasser auf dem Markt, um ihre Familie ein wenig zu unterstützen. Mit dabei ist immer ihre kleine Schwester Aishe, die kaum etwas sagt und mich verlegen anschaut. Ich unterhalte mich ein wenig mit Barika und als Aishes Augen mit Blick auf das Angebot eines Eisverkäufers größer werden, zögere ich nicht lange und spendiere den beiden eine Runde FanYogo und FanDango – das berühmte Erdbeerjoghurt- bzw. Multivitamineis in der Plastiktüte.
Wasser verkaufende Kinder in Tamale (Northern Region, Ghana)
Wir verweilen noch etwas auf der Bank, als mir plötzlich wieder bewusst wird, warum ich mich eigentlich auf dem Busbahnhof niedergelassen habe. Ich frage Barika, wo der Bus nach Wa abfährt, weil ich am nächsten Morgen diese Linie nutzen möchte, um bis nach Larabanga zum Mole Nationalpark zu kommen. Sie erklärt mir, dass dieser Bus woanders abfährt und bietet mir an, mich dorthin zu führen – ein Angebot, das ich gerne annehme. Nach dem verhältnismäßig weiten Weg bis zum Abfahrtsort des Busses möchte Barika mir gerne ihr Zuhause zeigen. Der Weg ist unglaublich lang und zwischendurch halten wir immer wieder an, da einige Leute Wasser kaufen möchten. Nach und nach wird ihr Korb leerer und damit auch spürbar leichter und Barika nutzt den Zwischenstopp zu Hause, um ihn wieder mit neuen Wasserpäckchen zu füllen. Ich …
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Das unvergleichliche Charakteristikum Bongos, eines Dorfes unweit der Grenze zu Burkina Faso im hohen Norden Ghanas, ist seine skurrile Felslandschaft. Überall liegen mächtige Felsbrocken herum, die sich zum Teil zu ganzen Bergen auftürmen – gleich so, als hätte ein Riese unzählige Steine gesammelt, um sie zu unterschiedlich hohen Hügeln aufzustapeln und den Rest willkürlich in der Landschaft zu verstreuen. Zwischen den Felsbrocken wachsen Jahrzehnte alte Affenbrotbäume, die die ohnehin schon bizarr wirkende Landschaft nach Einbruch der Dunkelheit zur perfekten Szenerie für einen Horrorfilm machen. Unter strahlend blauem Himmel allerdings wirkt die Felslandschaft sehr attraktiv und lädt zu schönen Wanderungen mit spaßigen Kletterphasen ein.
Affenbrotbäume in Bongo (Upper East Region, Ghana)
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Mit dem 7-Tage-Visum reise ich einmal quer durch Togo. Zwischen tropischem Grün des Südens und verbrannter Erde des Nordens erlebe ich innerhalb weniger Tage das komplette landschaftliche Spektrum eines schmalen Landes, das viel zu bieten hat.
Stausee bei Kpalimé (Togo)
Wasserfall bei Kpalimé (Togo)
Markt in Kétao (Togo)
Landschaft bei Kétao (Togo)
Die Jungen und der Berg bei Kétao (Togo)
Überlast bei Kétao (Togo)
Dapaong (Togo)
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Woe ist ein kleiner Ort, der idyllisch auf einer kilometerlangen und stellenweise nur wenige hundert Meter breiten Landzunge zwischen dem Meer und der riesigen Lagune von Keta gelegen ist. Am Strand von Woe, unweit des bekannten Leuchtturms, lerne ich mit Jeff und Kwame mal wieder zwei unterhaltsame Rastafarier kennen. Sie begleiten mich auf meinem Weg zurück und reden mit mir nur über die wirklich wichtigen Dinge im Leben – und dazu zählen berufliche Werdegänge und der tägliche Broterwerb freilich nicht.
Am Strand von Woe (Volta Region, Ghana)
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Wenn ich den heutigen Tag mit einer Phrase überschreiben sollte, dann wäre es wohl „Du allein?!“ Selten ist mir diese Frage so oft gestellt worden wie an diesem Tag. Es begann bereits mit meiner Ankunft im hübschen Palm Hotel in Somanya und meiner Frage an die Rezeptionistin, wie ich am besten zum Krobo Mountain gelangen würde. Ich kam noch nicht einmal dazu, mein Anliegen komplett vorzutragen, als ich mit großen Augen, einem ungläubigen Kopfschütteln und dem Ausruf „Du allein?!“ unterbrochen wurde. Doch auch im weiteren Verlauf des Tages sollte mir diese Frage noch häufiger begegnen.
Ich sitze im Shared Taxi in Richtung Akuse und erkläre dem Fahrer, dass ich gerne an der Kreuzung vor Krobo rausgelassen werden möchte. Da er einen verdutzten Gesichtsausdruck macht und ich glaube, er habe mich nicht richtig verstanden, wiederhole ich meinen Zielort in unterschiedlichsten Artikulationsvarianten, woraufhin er sich mit seiner Beifahrerin zu verständigen beginnt. Sie dreht sich um und fragt mich, wohin ich denn ganz genau wollen würde. „Ach“, antworte ich ihr, „ich möchte nur auf den Berg wandern.“ Plötzlich wenden sich auch die beiden Frauen neben mir um, sodass sie mir direkt ins Gesicht blicken können, und nahezu simultan erschallt es aus ihren Mündern: „Du allein?!“ In diesem Moment meldet sich auch der Fahrer zu Wort und bemerkt, dass es von der Kreuzung bis zum Berg noch ein langer Weg sei und ob ich mir das wirklich zutrauen würde. „Ja“, antworte ich ihm und wenige Minuten später stehe ich an der besagten Kreuzung.
Krobo Mountain (Eastern Region, Ghana)
Auf meinem Weg in Richtung Berg laufe ich an ein paar abgeschieden gelegenen Grundstücken vorbei. Eine Frau im Liegestuhl winkt mich plötzlich heran und möchte wissen, wohin ich denn unterwegs sei. Ich erkläre es ihr und auch ihr halb überraschter, halb ungläubiger Ausruf …
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Heute will ich endlich den größten Baum Westafrikas sehen, den „Big Tree“ („großer Baum“), wie er von den GhanaerInnen der Einfachheit halber genannt wird. Der Weg dorthin ist nicht weit – nur etwa 45 Minuten dauert die Tro-tro-Fahrt.
Irgendwo am Straßenrand mitten in einem Wald werde ich rausgelassen und stehe auch schon vor einem kleinen Häuschen aus dem heraus mir ein junger Mann Eintrittskarten in Wert von 5 Cedi verkaufen will, was etwa 2,50 Euro entspricht und ein unverschämt hoher Preis ist. Es gelingt mir, den Eintritt auf 2 Cedi herunterzuhandeln und im Gegenzug erhalte ich zwei Karten, von denen jede jeweils 1 Cedi wert ist – womit der junge Mann zwar nicht den Sonderpreis für ahnungslose TouristInnen, aber nach zähen Diskussionen immerhin noch den doppelten Gewinn einfahren konnte.
Ein wenig verärgert über die erneute Preisfeilscherei mit einem Ghanaer, der weiße BesucherInnen erstens für reich und zweitens für dumm zu halten scheint, laufe ich den breiten Pfad in den Wald hinein, der mich zum großen Baum führen soll. Der Kartenverkäufer, der bereits während der Diskussion über den Eintrittspreis meinte, dass darin auch seine Begleitung enthalten sei, woraufhin ich ihm entgegnete, dass ich den Weg auch schon alleine finden werde, trottet mir nun in einem Abstand von zehn Metern hinterher und setzt sich am Ende des Weges unverstellt bockig auf eine Bank, von wo aus er mich keines Blickes mehr würdigt.
Ich stehe nun vor dem berühmten Baum und da ich weder ohnmächtige Überwältigung noch hinreißende Freude verspüre, nehme ich mit Gedanken an den völlig überzogenen Eintrittspreis meine Fotokamera in die Hand, um wenigstens das Gefühl zu haben, der Ausflug habe sich gelohnt. Zum Abschluss laufe ich, weil es bestimmt zum guten Ton gehört, noch eine Runde um den Baum herum, finde ihn immer noch nicht sonderlich überwältigend und packe meine …
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Nach einem langen und sehr schönen Tag laufe ich am Motorway im Stadtteil Lapaz, für dessen Verbreiterung bisher zahlreiche Grundstücke, Verkaufsstände sowie ganze und sogar lediglich halb abgetragene Häuser weichen mussten, der orangefarbenen Sonne entgegen. Aus der richtigen Perspektive kann sogar der gesundheits- und umweltbelastende Verkehr der Hauptstadt romantisch wirken.
Sonnenuntergang in Accra (Ghana)
In Erinnerung an eine tolle gemeinsame Zeit mit J., mit dem ich ein ganz wunderbares Wochenende zwischen Gruppenfotos in New Ningo, Kneipen in Tema, Kunstmarkt in Osu, Strandparty am Kokrobite und dem Motorway in Lapaz verbracht habe.
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Auf meinem Weg zum Strand von Prampram laufe ich an einer Polizeistation vorbei, vor der etwa fünf BeamtInnen unverkennbar gelangweilt herumsitzen. Ich kümmere mich nicht weiter darum, bis ich von einem Polizisten mit dem berühmten Ruf „Bra!“, was „Komm!“ bedeutet, herbeizitiert werde. Ich ahne bereits, welche Art der Konversation jetzt folgen wird und habe eigentlich überhaupt keine Lust auf den stets gleich verlaufenden Smalltalk mit ghanaischen Männern, fühle mich aufgrund seiner Uniform aber dazu genötigt, anzuhalten und mit ein paar Schritten Distanz zu ihm auf den Beginn des gewohnten Fragespiels zu warten.
Sonnenuntergang überm Strand von New Ningo (Greater Accra Region, Ghana)
„Wohin gehst du?“, „Woher kommst du?“, „Was ist deine Mission?“, „Wie heißt du?“, „Bist du verheiratet?“ und zu guter Letzt die berüchtigte und alles krönende Frage, die gleichermaßen an Lästigkeit kaum zu übertrumpfen ist: „Kann ich deine Nummer haben?“
Nachdem das komplette Programm männlicherseits abgespult ist, bin für gewöhnlich ich am Zug und erkläre auch diesem wenig freundlich wirkenden Beamten in Uniform, dass ich meine Telefonnummer nur meiner Familie und meinen FreundInnen gebe. Typischerweise entgegnet auch er wie aus der Pistole geschossen „Ich kann dein Freund sein“, woraufhin ich ihm antworte, dass ich niemanden als FreundIn bezeichne, den oder die ich seit nicht einmal fünf Minuten kenne. Der Polizist lacht über meine mittlerweile standardisierte Antwort und probiert – wie alle anderen vor ihm ebenfalls – noch einmal mit bereits oft gehörten und ebenso wenig überzeugenden Argumenten an meine Nummer zu kommen. Nach zwei weiteren gescheiterten Versuchen und der unmissverständlichen Aussage „Ich gebe dir meine Nummer nicht“, stellt er schließlich die in den absurdesten Situationen immer wieder verlautbarte und absolute Verzweiflung offenbarende Frage „Warum?“
Allmählich verliere ich die Geduld und gebe dem Mann zu verstehen, dass ich weiterlaufen möchte. Nach einer weiteren höflichen, aber bestimmt formulierten Erklärung …
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Die aktuelle Ausgabe des SPUNK, der Bundeszeitung der GRÜNEN JUGEND, widmet sich dem Themenfeld Gesundheit. Auch ich habe mal wieder einen Artikel geschrieben – diesmal geht es um die Schwangerschaftskonfliktberatung
und meine Kritik am Umgang mit Behinderung in unserer Gesellschaft, der sich selbst im Strafgesetzbuch manifestiert.
Die online-Version meines Artikels “‘Hauptsache, es wird gesund!’ – Schwangere im Konflikt” befindet sich hier.
Über Feedback und eure Meinung zu diesem Thema freue ich mich natürlich sehr!
picture: Torsten Mangner / license: creative commons
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Bevor ich die Gleisanlagen betrete, blicke ich mich gewohnheitsmäßig nach links und rechts um. Obwohl ich natürlich weiß, dass hier schon seit Jahren kein Zug mehr eingerollt ist, fühle ich mich dennoch zum obligatorischen Sicherheitsblick in beide Richtungen veranlasst.
Bahnhof in Tarkwa (Western Region, Ghana)
Ich stehe mitten auf dem Bahnhof von Tarkwa und vor meinen Augen überqueren zahlreiche Frauen, die riesige Schüsseln mit Waren auf dem Kopf tragen, die Gleise. Eben dort tummeln sich auch einige Hühner und Ziegen, die sich an weggeworfenen Speiseresten laben. An der Stelle, an der einmal der Fahrkartenschalter war, haben einige VerkäuferInnen ihre Waren ausgebreitet und die Unterführungen zwischen den Bahnsteigen dienen als Lagerräume für Mehl und Trockenfutter. Mitten auf dem Hauptbahnsteig hat ein Mann sogar ein kleines Zelt aufgebaut, welches ihm sicherlich als Rückzugsmöglichkeit für das übliche Nickerchen am Nachmittag dient und auch sonst wird jede Nische des Bahnhofs ganz pragmatisch den Zwecken der VerkäuferInnen entsprechend für ihre individuellen Bedürfnisse umfunktioniert.
Tarkwa ist eine lebendige Stadt, die als Handelszentrum für das gesamte Umland zwischen Takoradi und Kumasi dient. Und auf dem Bahnhof ist jeder Tag ein Markttag.
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An diesem angenehm kühlen Morgen bin ich mit Janet zu einer Wandertour verabredet. Gemeinsam mit zwei weiteren Freunden nehmen wir ein Taxi in ein Nachbardorf, das zum Ausgangspunkt unserer Wanderung werden soll. Spontan erklären sich drei Feldarbeiter bereit, uns zu ein paar neckischen, aber eher unspektakulären Felsen in der Umgebung zu führen. Sie schlagen uns den hin und wieder zugewachsenen Weg frei, warnen uns vor losen Felsbrocken oder stacheligen Gewächsen und möchten zum Abschied auch gerne auf einem Gruppenfoto sein.
Nach einem erholsamen und erfrischenden Zwischenstopp im Sweet Memories Hotel verabschiede ich mich von den Jungs, packe meine Sachen zusammen und umarme Janet noch einmal fest, ehe ich meine Reise nach Aburi fortsetze. Ich erreiche die Kleinstadt am Nachmittag und begebe mich direkt in ihren berühmten botanischen Garten. Mein erster Spaziergang durch den Park führt mich zugleich in seine entlegensten Winkel, die offenbar schon seit Jahren nicht mehr gepflegt worden sind. Von daher hätte es mich eigentlich kaum überraschen dürfen, selbst hier über vereinzelte Müllkippen zu stolpern. Dennoch hinterlässt dieser erste Eindruck seine Spuren und ich bin umso enttäuschter, dass sogar auf den Rasenflächen im Hauptbereich des Parks trotz aufgestellter Abfallbehälter sehr viel Müll herum liegt.
Botanischer Garten in Aburi (Greater Accra Region, Ghana)
Als mich ein Mann anspricht, wie mir der Garten gefällt, kann ich meinen Unmut über die liegengebliebenen Wasserpäckchen und Überreste diverser Picknicke nicht verhehlen. Mein Gegenüber kann meine Enttäuschung zwar verstehen, aber offenbar nicht wirklich teilen. Halb entschuldigend, halb rechtfertigend erklärt er mir, dass der Park jeden Morgen gesäubert wird, um dann für die ersten BesucherInnen des Tages wieder in neuer Pracht zu erscheinen – ungünstig nur, dass ich erst am Nachmittag hergekommen bin. Dennoch sollte der Mann Recht behalten: Bei meinem ersten Spaziergang am nächsten Morgen ist der Park tatsächlich sauber und ich …
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